Bemaltes Ziffernblatt einer englischen Standuhr

Bei den Zifferblättern von englischen Standuhren wurden in der Regel Metallschilder aus Messing oder Eisen verwand. Diese Grundträger erhielten zuerst eine Grundierung und dann die typische Zifferblattbeschriftung bestehend aus Stundenzahlen,  Minuterie, Sekundenkreis, Signatur und oft auch eine Datumsanzeige. 

 

Die noch verbleibenen Freiräume wurden mit verschiedensten Motiven aus dem Leben und dem jeweiligen Landstrich bemalt, ganz im Sinne des jeweiligen Zeitgeistes und  dem Geschmack des Auftraggebers.

 

 

Vorher
Nachher

 

Über die Jahre hat sich Schmutz in der Oberfläche abgesetzt, tiefe Kratzer sind auf dem ganzen Schild zu finden und die Zahlen sind abgenutzt. Beim Verstellen der Zeiger kommen viele Benutzer mit den Fingerkuppen auf das Zifferblatt und hinterlassen Körperfett und Schmutz auf der Oberfläche. Es entsteht bei diesem Vorgang auch eine gewisse mechanische Beanspruchung an der Oberfläche, was auf Dauer zu der erkennbaren Abnutzung der Beschriftung führt.

 

Kommen dann noch gut gemeinte, aber von unglücklicher Hand ausgeführte Reinigungsversuche mit falschen Substazen dazu, ist ein Zifferblatt - das Gesicht der Uhr - schnell unansehlich...

 
 
 
 
Hier muss dann mit Umsicht und Sorgfalt restauriert werden: 

 

Mit Watteträgern und milden Reinigungsmitteln wird der Schmutz der letzten Jahrhunderte abgetragen... 

 

Hier muss mit aller größter Vorsicht gearbeitet werden, damit die eigedliche Bemahlung bei diesem Arbeitsgang nicht beschädigt wird...

 

Es müssen immer erst  Anlöseproben mit verschiedenen Substanzen gemacht werden, um ein Mittel zu finden, was den Schmutz angreift, aber nicht die Farben der Bemalung.

 

 

 

Hier sind in der Spiegelung im rechten Bildbereich deutlich Fehlstellen im Lack zu erkennen...

 

Die Ränder dieser Fehlstellen müssen nun erst einmal  gefestigt werden und anschließend die Fehlstelle im Wissen um die bei der Entstehung verwandten Farben, wieder geschlossen werden...

 

Viel Feingefühl, Erfahrung und Geduld ist hier nötig! Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen gibt es immer wieder Trocknungsphasen einzuhalten...

 

 

Zum Schluss wird eine neue Firnis aufgetragen...